Musik und Gesang

Musik und Gesang

Mit Tönen die Umwelt beeinflussen

Musik und Gesang sind – neben Tanzen – möglicherweise die schönste Form die Umwelt zu beeinflussen und sich mitzuteilen. Bei haben eine Aufgabe gemeinsam, Musiker und Sänger müssen Teile ihres Körpers kontrollieren und koordinieren. Beim Gesang sind es z.B. Kehlkopf, Vokaltrakt, Atmung und Körperhaltung, bei Musikern bringen Hände und Atmung die Klangelemente ihrer Instrumente zum Schwingen. In gewisser Weise wird das Instrument als Werkzeug für die Klangerzeugung genutzt. Besonders deutlich wird dies beim «Singen» der Geige.

Beiden Disziplinen gemein ist, das es sich um durch Muskelkontraktionen erzeugt Bewegungen handelt, die spezifisch für die jeweilige Aufgabe trainiert werden können, um Leistung zu optimieren, die Belastungsverträglichkeit zu erhöhen und die Gesundheit zu erhalten. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die adäquate Regulation psychischer Funktionen, um mit Erwartungsdruck, Lampenfieber und dem nützlichen Wechsel von An- und Entspannung.

Schmerzreduktion

Schmerz sichert das Überleben. Dafür interpretiert das Gehirn jede Bedrohung als Schmerz. Wenn das Gehirn z.B. wahrnimmt, dass eine Gefahr für Gesundheit und Überleben besteht, gibt es «Schmerzen» aus. Dieses Signal ist eine Aufforderung unser Verhalten zu ändern, um Gesundheitsrisiken zu senken.

Gehirn als Teil des zentralen Nervensystems, peripheres Nervensystem, Rezeptoren (Sensoren) und Effektoren (Muskeln)

Spielbedingte Belastungen

Häufiges Wiederholen, schlechte ergonomische Bedingungen und fehlerhafte Instrumentaltechniken und Körperbewegungen können zu spielbedingten Überlastungsschäden des Bewegungsapparates (Playing-Related Musculoskeletal Disorders; PRDM) führen. Das Instrumentalspiel wird bereits früh im Musikunterricht beeinträchtigt.

Junge Musikerin übt am Cello

Merkmale

Musizieren und Singen erfordert verschiedene Bewegungen mit unterschiedlich hoher Kraft und Geschwindigkeit, die hunderte oder tausende Male wiederholt werden. Die dafür notwendige Bioenergie wird durch unterschiedliche Energiesysteme bereitgestellt.

Ein gut entwickeltes Energiesystem verhindert zu schnelle Ermüdung auf der Bühne und trägt so zu optimaler Performance bei. Aufmerksamkeit und Konzentration können länger aufrecht erhalten werden, die Bewegungsregulation (Koordination) bleibt länger präzise, das Risiko für Überlastungen und Fehlhaltungen wird kleiner… Zusätzlich fördert und beschleunigt es Erholungsprozesse.

Welche Energiesysteme für die jeweilige Aktivität bedeutsam sind leitet die Auswahl relevanter Tests für Assessment und Diagnostik.

Beitrag der Energiesysteme

Die Aktivität der Energiesysteme wird je nach Belastung angepasst: 

Für den ausdauernden Betrieb werden Fettsäuren mit dem verfügbaren Sauerstoff (aerob) verbrannt,

wird mehr und mehr Leistung angefordert, werden zusätzlich Kohlenhydrate als Energiequelle genutzt. Wird schliesslich maximale Leistung benötigt, erfolgt die kurzzeitige Bereitstellung von Energie aus den Kreatin-Phosphat-Speichern der Muskelzellen.

Bioenergie Energiesysteme Anteil

Funktionale Beweglichkeit ist die Fähigkeit, willkürlich kontrollierte Bewegungen mit der erforderlichen oder optimalen Beweglichkeit in den Gelenken auszuführen. Die Reichweite eines Gelenks und der umgebenen Muskeln und Geweben hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab.

Functional Range Assessment FRA

Objektive Maße der aktiven und passiven Bewegungskapazität eines Athleten für jedes einzelne Gelenk sind wichtig, um Trainingsreize gezielt auf die spezifischen Defizite des Athleten in der jeweiligen Sportart ausgerichtet werden. Neben gezielten Verbesserung von Bewegungseffizienz und Leistungssteigerung kann mit den Ergebnissen genauso an der Vorbeugung von Verletzungen gearbeitet werden.

Funktionale Beweglichkeit Gelenk Kraft Belastbarkeit OM

Dein Erregungszustand kann geringer Erregung und Entspannung bis zu großer Aufregung und hoher Muskelspannung gehen. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Erregungszustand führen zu Leistungsbeeinträchtigungen. Durch die gezielte Regulation Deines Erregungszustand bestimmt Du, ob Du bereits erreichte Trainingsleistungen erfolgreich umsetzen kannst.

Schmerz ist eine Schutzfunktion des Nervensystems. Kulturelle Überlieferungen, mechanistisches Menschenbild und – in der Medizin vorherrschende – Dualismus rund um Schmerzen führen immer noch dazu, einen Schmerz als Informationsquelle zu nutzen, was im Körper passiert. Aus Sicht der aktuellen Neurowissenschaften ist dies eine falsche Annahme und die Hauptursache für anhaltende Schmerzen, teure und nachhaltige Therapien für die meisten Menschen.

Schmerz sichert das Überleben. Dafür interpretiert das Gehirn jede Wahrnehmung. Wenn das Gehirn z.B. wahrnimmt, dass eine Gefahr für Körpergewebe, Gelenke usw. besteht, gibt es «Schmerzen» aus. Dieses Ausgabesignal ist eine Aufforderung unser Verhalten zu ändern, um die Gefahr abzuwenden. Denn nur ein gesunder Mensch kann überleben. Dabei ist es unerheblich, ob das auslösende Ereignis physischer oder psychologischer Natur ist, wenn das Gehirn es als Bedrohung bewertet, «produziert» es eine Antwort – und die kann Schmerz oder eine andere Form haben. Beispiele sind Unwohlsein, Schwindel, Herunterfahren des Immunsystems…

Für jeden Zweck der passende Typ

 
Musik Gesang Typische Ziele
Aktivitationsregulation Anspannung und Entspannung rehulieren, Erholung fördern
Atemmuskulatur Kontrolle und Störkung der Atemuskulatur
Körperhaltung Stabilisation und Kräft der Haltemuskulatur
Dynamische Stabilisation Kontrolle und Ausrichtung der Wirbelsäule und Hüfte
Psychische Handlungsregulation Mentales Training
Energiesysteme Ausdauer von Herz/Kreislauf/Lunge, Erholungsfähigkeit
Sensorisches Aufwärmen Spezifisches Aufwärmen und «Bahnen» von Nervenverbindungen

Impressionen

Seminar und Workshop Playing-Related Musculoskeletal Disorders PRDM
Assessment und Diagnostik
Slow Paced Breathing (SPB) oder langsame kontrollierte Atmung als Atemtechnik zur Verbesserung der emotionalen Intelligenz

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